Das Stille-Nacht-Archiv der Armen Schulschwestern

200 Jahre nach der ersten Aufführung von „Stille Nacht, heilige Nacht“ erfreut eine bei der Archiverschließung wiederentdeckte Sammlung zum wohl bekanntesten Weihnachtslied  den Orden der Armen Schulschwestern von Unserer Lieben Frau in Rudolfsheim-Fünfhaus in Wien.
Die Sammlung wurde von Sr. Hildegard, der Enkeltochter von Franz Xaver Gruber, in das Ordensarchiv eingebracht. Sr. Hildegard besuchte bereits als Kind die Schule der Schulschwestern von Unserer Lieben Frau in Freistadt, OÖ, trat später dem Orden bei und lebte lange Jahre im Kloster der Schulschwestern von Unserer Lieben Frau in Wien Rudolfsheim-Fünfhaus, wo sie wegen ihrer Musikbegabung als Musiklehrerin, Chorleiterin und Organistin wirkte.
Die sehr persönlich ausgewählte Zusammenstellung von Erinnerungsstücken rund um das klangvolle Lied wurde bis in die 1970er Jahre von Mitschwestern ergänzt.
So sind unter anderem einige Fotografien der Familie des Komponisten, Ansichtskarten mit Bildnissen von Joseph Mohr und Franz X. Gruber, Abbildungen von Grubers Heimathaus, Broschüren und Büchlein zur Entstehung und Verbreitung des Stückes, Zeitungsartikel und Notenblätter in der Sammlung enthalten. Im Laufe der Zeit wurde die Auswahl ergänzt mit Informationen zum Orgelbauer Karl Mauracher und eine Schallplatte über die Entstehung des Weihnachtsliedes kam hinzu.
Darüber hinaus wird in der Sammlung Augenmerk auf die Verbreitung von „Stille Nacht, heilige Nacht“ im englischen Sprachraum gelegt. In Amerika wurde das Weihnachtslied aus Oberndorf erstmals im Jahr 1839 in New York aufgeführt, dazu finden sich ebenfalls Fotografien und Zeitungsartikel im Archiv der Schulschwestern von Unserer Lieben Frau in Wien.
Wie erst kürzlich im Orden bekannt wurde, existiert von „Stille Nacht, heilige Nacht“ eine handschriftliche Partitur, wie sie jahrelang im Mutterhaus des Ordens verwendet und in der Kirche der Schulschwestern im 15. Wiener Gemeindebezirk aufbewahrt wurde. Über Umwegen gelangten diese Musiknoten aus dem Bestand des Wiener Mutterhauses vor mehreren Jahren in ein Kirchenarchiv in Washington. Dazu liegen nun Kopien im Orden der Schulschwestern auf, die Originale sollen in nächster Zeit in Wien einlangen und können dann einer weiteren Begutachtung unterzogen werden.

Iris Ashour

 

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