Karl Rehberger CanReg. (1934-2018)

Karl Rehberger CanReg. (1934-2018)

Der Augustiner Chorherr von St. Florian, Professor für Kirchengeschichte und Stiftsarchivar und -bibliothekar Karl Rehberger ist am 31. Jänner 2018 nach schwerer Krankheit zum Herrn heimgegangen. Mit ihm geht eine Ära zu Ende.
Der gebürtige Oberösterreicher, der das Stiftsgymnasium Wilhering besucht hat, trat 1955 in das Augustiner Chorherrenstift St.Florian ein, 1961 wurde er zum Priester geweiht. Er studierte Theologie und Geschichte und absolvierte 1965 das Institut für Österreichische Geschichtsforschung, eine fundierte Ausbildung in den historischen Wissenschaften und in der Archivistik. Er übernahm noch im gleichen Jahr das Kapitelamt des Archivars und des Bibliothekars seines Klosters, drei Jahre später wurde er auch Sammlungskustos. Er bekleidete diese Ämter über 50 Jahre und dürfte damit der längstdienende kirchliche Archivar und Bibliothekar Österreichs gewesen sein. Seine wissenschaftlichen Forschungen und seine Erfahrung im Umgang mit dem reichen kulturellen Erbe des Stiftes St. Florian machten ihn zum Polyhistor im besten Sinn des Wortes. Sein reiches und fundiertes Wissen gab er in der Hauslehranstalt von St. Florian und ab 1971 auch als Professor für Kirchengeschichte an der Phil.theol. Hochschule
in Linz (jetzt Katholische Universität) weiter. Neben zahlreichen Lehrtätigkeiten, auch in Deutschland, war er auch wissenschaflticher Berater im Ausstellungsbereich. Altlandeshauptmann Pühringer würdigte in seiner Ansprache bei der feierlichen Verabschiedung besonders den Einsatz und die Pionierleistungen Karl Rehbergers bei den ersten Landesaustellungen in Oberösterreich. Zur Zusammenarbeit war Karl Rehberger immer gerne bereit: Er engagierte sich im Vorstand des Oberösterreichischen Musealvereins ebenso wie im Vorstand des Verbands Österreichischer Archivarinnen und Archivare, wo er 32 Jahre lang (1973-2005) die Anliegen der Ordensarchive vertrat. Er wurde für seine verdienstvolle Tätigkeit gewürdigt und erhielt unter anderem das Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse der Republik Österreich.
Im Stift war er langjähriges Mitglied des Kapitelrates und ein unermüdlicher Vertreter für die Belange der Bibliothek und der Kunst. Allen, mit denen er Umgang hatte, denen er in wissenschaftlichen oder fachlichen Fragen beistand - und deren waren es viele - kennen ihn nicht nur als umfassend bewanderten Experten und würdigen Nachfolger der berühmten St. Florianer Historikerschule, sondern auch als ungemein liebenswürdigen und freundlichen Kollegen und Freund. Er hinterlässt eine große Lücke und wir werden ihn missen.

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