Kulturerbe-Rettung im Bräustüberl

Das Müllner Bräustübl  ist eine Salzburger Institution und bei Einheimischen wie bei Touristen gleichermaßen beliebt. Im Jahr 2017 hat der Betreiber, die Benediktinerabtei Michaelbeuern, ein Salzburger Kulturerbe gerettet, indem es im Bräustübl wiederverwendet wurde. Es ist die Rede von der Ausstattung des sogenannten Marmorsaals im Salzburger Bahnhofsrestaurant, der 2009 bei der Erneuerung des Bahnhofs abgetragen wurde. Mit dem Einbau in einen neuen, 160 Quadratmeter großen Saal im bisherigen Innenhof des Augustiner Bräu fanden die prachtvollen Materalien eine passende Verwendung. Der Wiederaufbau erfolgte unter der Leitung des geschäftsführenden Mehrheitseigentümer-Vertreters, dem Abt em. Nicolaus Wagner OSB und die Gesellschafter der OG - der Benediktinerabtei Michaelbeuern geleitet von Abt Johannes Perkmann (seit 2006), Maria G. Barth & Heinrich Dieter Kiener (vgl. Salzburg-Wiki). Der neue Saal erhielt den Namen Abt-Nicolaus-Saal.

Foto: Website des Bräustübls

Brauerei und Ausschank in Mülln gehen auf das Jahr 1621 zurück. Die Augustiner Eremiten verkauften ihr selbstgebrautes Bier an der Klosterpforte, erwarben aber schon wenig später das in Mülln gelegene Wirtshaus am Bach. Das Ordensleben im Augustinerkloster erlosch am Ende des 18. Jahrhunderts und das Gebäude wurde bis 1851 als Kaserne verwendet. 1835 übergab der Erzbischof und Landesfürst Kloster und Bräu in Mülln der Abtei Michaelbeuern. Nach Abzug des Militärs und der Einrichtung eines großzügigen Gastgartens erfreute sich das Müllner Bräu zunehmend größerer Beliebtheit. 1912 errichtete Michaelbeuern das Brauhaus. Pro Jahr werden dort etwa 9000 Hektoliter Bier gebraut.

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