Neues Leben in alten Gemäuern

Missionshaus St. Gabriel, ehemaliges Refektorium

Die Steyler Missionare bewohnen seit fast 130 Jahren ein 30.000 m2 großes Areal in Maria Enzersdorf im Süden von Wien. Ursprünglich gegründet um in die Welt hinauszugehen und anderen Kulturen zu begegnen, haben sich die Zeiten geändert. Die älteren Ordensbrüder sind aus den Missionsländern heimgekehrt um ihren Lebensabend in „St. Gabriel“ zu verbringen. Doch das Ordenshaus ist für 45 Ordensmänner viel zu groß geworden. So hat die Gemeinschaft voller Offenheit und Mut mit einem Immobilienfond ein außergewöhnliches Nutzungskonzept entwickelt. Nun kommt die Welt nach St. Gabriel!
Neben einem Flüchtlingsheim der Caritas gibt es ein umfangreiches Angebot: Kindergarten, Schule, Fahrradwerkstatt, Zuckerbäckerei, Buchbinderei, Bauernladen und E-Tankstelle. Seit 1. März 2018 kommt zu dieser Vielfalt ein Seminar- und Veranstaltungszentrum hinzu. Das „Gabrium“ knüpft an Werte des Ordens an und zeigt einen respektvollen Umgang mit der Schöpfung. So sind die Seminarräume zum Teil mit den alten Tischen der ehemaligen Hochschule ausgestattet, sie wurden behutsam restauriert und zeigen ein Stück Ordensgeschichte. „In diesen Räumen haben wir beim Hebräisch lernen viel geschwitzt“, kann sich der Provinzial der Steyler Missionare, P. Stephan Dähler SVD eindrucksvoll erinnern.
Erinnerungen an alte Zeiten werden auch in manchen der Hotelzimmer wach, die mit historischen Reisekisten bestückt sind und von Aufenthalten der Ordensmänner in Fernen Ländern erzählen. Auf die Frage, ob auch ein Spa-Bereich in „St. Gabriel“ zu finden ist, weiß P. Stephan Dähler SVD eine treffende Antwort: „Wir haben eine Krypta und eine Kirche. Das sind Orte, wo Menschen zur Ruhe kommen können.“

Bericht von Karin Mayer

Die Reisekiste eines Steyler Missionars in einem Hotelzimmer des Gabriums.

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