Neuklosters neue Kunst- und Wunderkammer

P. Walter Ludwig OCist. zeigt die Kunstschätze von Neukloster.

Der Prior von Neukloster und Stadtpfarrer von Wiener Neustadt, P. Walter Ludwig OCist., führte am 17. November 2017 gemeinsam mit Johanna Wilk (Hochschule für Angewandte Kunst) eine kleine Gruppe des Internationalen Instituts für Konservierung historischer und künstlerischer Werke (IIC Austria) durch die neue Schausammlung. Von 2014 bis 2017 wurden in Neukloster im Rahmen eines Projektes 4.700 Objekte konserviert und restauriert, inventarisiert und ein Teil in neu adaptierten Schauräumen aufgestellt. Alle Teilnehmenden zeigten reges Interesse an der „Kunst- und Wunderkammer“ und durften sogar mit P. Walter noch einen Blick in die Depots werfen. Unter den 1000 Kunstkammerobjekten befinden sich teilweise sehr wertvolle und außergewöhnliche Stücke, die das barocke Sammeln im 18. Jahrhundert dokumentieren. Des Weiteren gibt es 200 Gemälde und 3500 Steine und Muscheln, die vom Kloster zwischen 1740 und 1801 angeschafft wurden. Jeden ersten Sonntag im Monat um 15 Uhr ist die Sammlung (Kunst- und Wunderkammer) im Rahmen einer Führung zu besichtigen.

Das Neukloster in Wiener Neustadt wurde von Kaiser Friedrich III. im Jahr 1444 als eigenständige Zisterzienserabtei gegründet. Im Zuge der Reformen Josephs II. geriet das kleine Kloster in Schwierigkeiten, wurde aber nicht aufgehoben, sondern 1882 mit Stift Heiligenkreuz vereint. Heute ist Neukloster ein Priorat von Heiligenkreuz mit sieben Mönchen und zugleich Sitz der Stadtpfarre. Das Institut für Konservierung und Restaurierung der Hochschule für Angewandte Kunst führte 2014 - 2017 im Rahmen der Qualitätsoffensive Museumsdepots „Schätze ins Schaufenster“ des Museumsmanagements Niederösterreichs konservierungswissenschaftliche Forschung, Sammlungspflege und Restaurierungsarbeiten in Neukloster durch.

Karin Mayer

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