Oberin-Gleixner-Bibliothek eröffnet

Am 29.11.2018 wurde die Oberin Gleixner-Bibliothek in den Räumlichkeiten der Fachbereichsbibliothek Theologie der Universitätsbibliothek Wien eröffnet. Oberin Prof. Dr. h.c. Christine Gleixner CFB (1926-2015) setzte sich über viele Jahrzehnte für die Verständigung zwischen den christlichen Kirchen ein und wurde deshalb als „Mutter der Ökumene“ bezeichnet. Christine Gleixner, geboren am 22. Juni 1926, trat 1949 in die Ordensgemeinschaft der „Frauen von Bethanien“ in Bloemendaal (Niederlande) ein. Sie studierte Theologie und Pastoralkatechese an der Ordenshochschule und an den Universitäten von Nijmegen und Utrecht. Nach einem Studiensemester in Paris 1961/62 übernahm sie die Verantwortung für die Niederlassung ihres Ordens in Wien. In der Folge gestaltete Oberin Gleixner lange Zeit die ORF-Radioreihe „Ökumenische Morgenfeier“ mit, leitete viele Jahre die Wiener Diözesankommission für Ökumenische Fragen und war lange Zeit Mitglied des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich. Von 2000 bis 2005 war sie - als erste Frau - Vorsitzende des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ).

Für ihr ökumenisches Engagement erhielt Gleixner zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Professorentitel, ein Ehrendoktorat der Katholisch-Theologische Privatuniversität Linz und das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse. Gleixner lebte die letzten Jahre zurückgezogen in ihrer kleinen Ordensgemeinschaft und verstarb am 29. November 2015 im 90. Lebensjahr in Wien.

Am dritten Todestag der Ordensfrau fand die Eröffnungsfeier ihrer Bibliothek statt. Worte der Würdigung sprachen unter anderem Nikolaus Rappert, stellvertretender Leiter der Wiener Universitätsbibliothek, der in der Bibliothek einen „großen ökumenischen Schatz“ sah, und Sr. Beatrix Mayrhofer, die Präsidentin der Vereinigung der Frauenorden Österreichs. Sie hob hervor, dass Gleixner nicht nur für die Ökumene, sondern auch als Ordensfrau in und für ihre Gemeinschaft vorbildhaft gewirkt habe. Sie sei zudem überzeugt, dass Gleixner zu jenen großen Frauen in der Kirche gehört, die nicht in Vergessenheit geraten werden. Weitere Worte der Würdigung kamen vom lutherischen Altbischof Herwig Sturm, dem früheren Vorsitzenden des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ), von Martin Jäggle, dem Präsidenten des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit und von Johann Marte, dem früheren Präsidenten der Stiftung Pro Oriente. Abgeschlossen wurde der Festakt mit einem orthodoxem Totengebet für Oberin Gleixner.

Die Nachlassbibliothek, die der Fachbereichsbibliothek von Gleixners Mitschwester Sigrid Mühlberger zur Verfügung gestellt wurde, umfasst rund 110 Laufmeter. Aufgearbeitet wurde der Bibliotheksbestand von zwei Absolventinnen des Universitätslehrgangs „Library and Information Studies“, die auch eine ausführliche Biographie von Oberin Gleixner verfasst haben. Die bibliographischen Datensätze der Bestände sind online recherchierbar unter https://bibliothek.univie.ac.at/fb-theologie/oberin-gleixner-bibliothek.html.

Quellen:
https://www.kathpress.at/goto/meldung/1705496/wien-oberin-gleixner-bibliothek-eroeffnet

https://www.ordensgemeinschaften.at/presseraum/personen/38-presseraum/meldungen/2337-ordensgemeinschaften-oesterreich-wuerdigen-oberin-christine-gleixner

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