Rückblick Praxistag „Inventarisierung und Digitalisierung von Kulturgut“

Am 7. Mai 2018 fand im Stift Lilienfeld in Niederösterreich ein Praxistag statt, der die Bestandsaufnahme von Kulturgütern zum Inhalt hatte. Dieser widmete sich speziell an Personen, die mit der Verwaltung von Kunstgütern in den Ordensniederlassungen betraut sind. Verantwortliche aus ganz Österreich kamen nach Lilienfeld.
Nach einer Einführung zu den Grundlagen rund um das Thema Inventarerstellung und das Aufzeigen der Notwendigkeit einer Katalogisierung der umfangreichen Bestände in den Ordenshäusern, wurde darüber gesprochen, dass die Voraussetzungen für eine Bestandsaufnahme sehr unterschiedlich sind. Mancherorts gibt es bereits ein einfaches Inventarbuch, vereinzelt sogar eine Datenbank, an anderen Standorten ist jedoch eine komplette Neuerfassung der Kulturgüter notwendig.

Das richtige Beschriften von Objekten mit Inventarnummern stellte Ulrike Vitovec vom Museumsmanagement Niederösterreich anhand des Museumskoffers dar. Der Koffer enthält sämtliche Hilfsmittel und Schreibutensilien mit einer genauen Anleitung der Vorgangsweise. Ulrike Vitovec erklärte auf anschauliche Weise wie auf verschiedenen Materialien – wie Holz, Metall oder Textil - eine fachgerechte Beschriftung erfolgen kann. Nicht nur eine reversible Anbringung ist dabei zu beachten, sondern auch das Bezeichnen an der geeigneten Stelle des Objektes.
Ein besonderes Erlebnis war für alle TeilnehmerInnen ein Rundgang durch das Stift Lilienfeld durch Abt Matthäus Nimmervoll und Archivarin Irene Rabl. Der Einblick in die verschiedenen Sammlungen und historischen Räume des Stiftes zeigte nicht nur den bemerkenswerten Bestand an Kulturgütern, sondern auch die umfassende Geschichte der Zisterzienser in Lilienfeld. Abt Matthäus Nimmervoll berichtete eindrucksvoll von einzelnen Sammlungszugängen und den zukünftig geplanten Projekten.
Der Nachmittag des Praxistages stand ganz im Zeichen der Digitalisierung von Kunst- und Kulturgütern. Peter Böttcher, Fotograf am Institut für Realienkunde des Mittelalters und der Frühen Neuzeit, brachte seine umfangreiche Fotoausrüstung mit und zeigte vor Ort das fachgerechte Fotografieren von Kunstobjekten. Er gab dabei praktische Tipps, die auch ein fotografischer Laie zur Umsetzung bringen kann. Mit viel Begeisterung wurden Erfahrungen ausgetauscht und neue Anregungen gesammelt.
Den Abschluss bildete ein zukunftsweisender Ausblick durch Christian Eichlseder der Fa. Eftech, bei der alle Anwesenden live einer 3D-Scanning-Vorführung beiwohnen durften. Dieses einmalige Erlebnis zeigte beeindruckend wie schnell und genau eine Aufnahme mittels Laserscanner von historischen Gebäuden und Objekten erstellt werden kann. Alle Baudetails wurden durch das 3-D-Scanning detailgenau aufgenommen, diese Scandaten können in verschiedene Richtungen ausgewertet werden, z.B. für die Anfertigung von 3-D-Modellen.

Der Praxistag in Stift Lilienfeld war für die anwesenden Ordensleute und MitarbeiterInnen der Ordensgemeinschaften Österreichs nicht nur ein Tag um das Wissen zu erweitern, er diente auch als Gelegenheit sich untereinander auszutauschen und zu vernetzen. Ein gelungener Tag, der zeigte, dass christliche Kulturgüter Ausdruck des Glaubens sind und im Zeichen der Verkündigung stehen!

Karin Mayer

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