Sr. M. Annutiata vom Kreuz OCD (1929-2018)

Sr. M. Annutiata vom Kreuz OCD (1929-2018)

Sr. Maria Annuntiata war Archivarin, Bibliothekarin und Historikerin im Innsbrucker Karmel. Ein gebürtige Grazerin trat Elfriede Lackner nach ihrem Studium 1953 zuerst in den Karmel von Mayerling ein und erhielt den Namen Maria Annuntiata vom Kreuz, doch kurz vor der Profess wurde sie entlassen, so wie auch schon einige Mitnovizinnen vor ihr – eine Entscheidung, die in ihren Augen ungerecht war. Sie durfte schließlich 1958 zu einem Neubeginn in den Karmel St. Josef in Wien-Baumgarten wechseln, wo sie 1960 die feierliche Profess ablegte. Doch Wien sollte nicht ihre letzte Station bleiben. Es gab in jenen Jahren so viele Berufungen, dass der Provinzial riet, Schwestern aus dem Wiener Karmel anderen Klöstern zu Hilfe zu schicken. Sr. M. Annuntiata erklärte sich dazu bereit und wechselte 1974 in den Innsbrucker Karmel.
Viele Jahre arbeitete sie in der Hostienbäckerei, doch der Schwerpunkt ihrer Fähigkeiten lag auf intellektuellem und pädagogischem Gebiet. So wurde ihr von 1975–1986 das Noviziat anvertraut, die folgenden drei Jahre leitete sie als Priorin die Gemeinschaft und war danach als Subpriorin und Rätin in der Leitung mitverantwortlich. Ihr besonderes Interesse an Geschichte und ihre schriftstellerische Begabung setzte sie ein im Verfassen von Schriften und Büchern zur Geschichte des Klosters und seiner Gründerin Mutter Aloisia vom Herzen Jesu, zu deren weitverzweigten Verwandtschaft sie den Kontakt lebendig erhielt. Als schon fast Siebzigjährige wurde sie beauftragt, das Kuratorium für den Neubau des Innsbrucker Karmels zu leiten, der 2003 fertiggestellt wurde.
Sr. M. Annuntiata kümmerte sich um Archiv und Bibliothek. Höhepunkte waren 2009 die Feier der Goldenen Profess, die mit dem 200. Geburtstag der Gründerin zusammenfiel, sowie das 2012 von ihr initiierte und organisierte Edith-Stein-Jubiläumsjahr, in dessen Folge die österreichische Edith-Stein-Gesellschaft entstanden ist. Sie war eine starke Persönlichkeit mit großer Herzlichkeit und großer Offenheit, immer bereit, Neues zu lernen.
Am frühen Morgen des 25. Februar durfte sie ihr Leben ihrem Schöpfer und Erlöser zurückgeben.

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