Stiftsarchiv St. Florian erhält Brucknerbrief geschenkt

Stiftsarchivar Friedrich Buchmayer mit Brucknerbrief

Anton Bruckner war dem Augustiner-Chorherrenstift Zeit seines Lebens sehr verbunden, und auch seine letzte Ruhestätte hat der Komponist hier gefunden. Im Stift wird sein Andenken gepflegt. Umso mehr freut man sich jetzt über ein besonderes Geschenk an das Stift: einen Orginalbrief, den Bruckner am 21. August 1887 in St. Florian an Marie Richter, die Gattin des Dirigenten Hans Richter geschrieben hat. Hans Richter hatte die Vierte und die Achte Sinfonie Bruckners uraufgeführt. Bruckner entschuldigt sich in dem Brief wegen eines unbekannten Vorfalls und bittet um Marie Richters weitere Gunst. Der Besitzer des Briefes, Erwin Horn, ist Mitglied des Vereins Florianer Freunde der Kunst, er ist Organist und hat unter anderem große Teile der Brucknersymphonien für Orgel transkribiert. Erwin Horn ist es ein großes Anliegen, dass das Schriftstück nun wieder an seinem Entstehungsort aufbewahrt wird. Das hat auch maßgebliche Bedeutung für das Stift St. Florian, wie Stiftsbibliothekar Dr. Friedrich Buchmayr schildert: „Es befinden sich zwar viele Briefe an Anton Bruckner bei uns im Archiv, aber ein Schriftstücke von ihm, das auch noch während eines Aufenthaltes im Haus verfasst worden ist, nimmt in unserem Brucknerarchiv eine Sonderstellung ein.
Der Text des Briefs ist 2003 im Rahmen der Kritischen Gesamtausgabe der Sämtlichen Werke Anton Bruckners publiziert worden, und zwar im Band 24/2 (Briefe II, 1887-1896, vorgelegt von Andrea Harrandt und Otto Schneider, Wien 2003, 16f.). Ein Faksimile des Briefs mit weiteren Informationen findet sich im Aufsatz von Erwin Horn, Anton Bruckner und Naßwald, in: Bruckner Tagung 2011: Anton Bruckner auf Reisen, Bericht, hrsg. von Andreas Lindner und Klaus Petermayr, Linz 2012, S. 97-126.

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